Niche Zero: Eine Revolution für den Homebarista?

Vorweg, ich weiss es nicht. Aber ich bin sehr, sehr gespannt auf das finale Resultat. Denn die Frage, was empfehle ich einem Homebarista Enthusiasten für eine Mühle finde ich fast den schwierigsten Part unserer Schulungen im Coffee Lab. Für die Espresso Liebhaber haben wir die solide und doch preiswerte Compak K3. Die lässt sich schnell einstellen und fühlt sich im Gegensatz zur Konkurrenz nicht nach einem billigen Plastikspielzeug an. Auch die Mahlqualität ist zurfriedenstellend, auch wenn sie keinen Orden für die Geschwindigkeit einfahren wird. Doch das ist ja zu Hause auch zweitrangig, geht es da doch eher um die Qualität als Quantität.

Was mache ich nun mit jenen welche wie ich auch mal gerne mit anderen Gerätschaften experimentieren und sich daher nicht nur auf Espresso beschränken wollen? Bis jetzt kann ich da eigentlich nur die Vario Home empfehlen, doch definitiv nicht mit reinem Gewissen. Meine hat bereits nach Dreivierteljahr Haus-Einsatz schwere Abnutzungserscheinungen aufgewiesen und unterstreicht hier trotz guter Mahlqualität auch ihre extrem billige Verarbeitung. Und das obschon sie doch nochmals 300 CHF mehr kostet als unsere K3.

Nun aber zu der Niche Zero welche zur Zeit auf Indiegogo für Unterstützer wirbt. Sie verspricht vom feinsten Espresso bis hin zu grobem Mahlgut für Filterkaffee einfach hin und her gestellt werden zu können. Egal ob mit dunklen oder auch super hell gerösteten Bohnen. Angenehm ist auch der Sound, welcher dank Gleichstrom Motor mit ca. 330 rpm extrem schonend und leise (72db) mahlt.

Das spezial legierte konische Mahlwerk (63mm) sollte ohne Probleme 750kg verarbeiten und ist einfach und günstig zu Ersetzen. Doch das spannendste für mich ist, dass sie sich fast komplett ausmahlen lässt. Die Mühle kommt ohne Bohnentrichter und ist so konzipiert, dass jedesmal eine einzelne Portion Kaffee verarbeitet wird. Da es in der Niche Zero fast keinen Totraum gibt in dem sich Kaffee ablagert (durchschnittlich werden 0,2g Pulver zwischen den Bezügen ausgetauscht), eignet sie sich super zum Experimentieren. Und Experimentieren ist es was ich Zuhause mache. Mühlen für Einzeldosen welche ich kenne, kosten allesamt mehr als 3’000 CHF und sucht man daher auch wegen ihrem Platzkonsum vergeblich in meiner kaffeephil eingerichteten Küche. Doch auf die Niche Zero freue ich mich schon jetzt sehnlichst. Einzig grosser Wermutstropfen ist, dass ich sie wohl erst in einem Jahr in den Händen halten werde und sie daher auch nicht für den kommenden Brewers Cup brauchen kann.

Ausführlicher Test des Prototypen (wirklich lesenswert)